Aurora – Die Prophezeiung

Zwei ganz unterschiedliche Mädchen.

Eine bedrohliche Prophezeiung, die sie vereint.

Können Freundschaft und Magie ihr Leben retten?

Die 15-jährigen Mädchen Malina und Anastasia leben in der Stadt Aurora inmitten der Natur. Die beiden wissen nichts von ihren magischen Fähigkeiten, bis fremde Soldaten Aurora überfallen und alle Mädchen entführen. Gemeinsam fliehen Anastasia und Malina vor den Soldaten in einen Wald voller Gefahren. Die Brüder Jan und Ryan aus einem fremden Königreich helfen ihnen auf ihrer abenteuerlichen Reise. Doch eine folgenschwere Prophezeiung bedroht ihr Leben.

Eine kurze Leseprobe aus dem 1. Kapitel meines neuen Fantasyromans:

Anastasia trat auf den großen Balkon und holte tief Luft. Der Anblick, der sich ihr bot, war atemberaubend. Die Sonne brach über den Bergspitzen hervor und schien die ganze Stadt zu erleuchten. Anastasia konnte die imposanten Häuser vor sich ganz genau betrachten. Danach kamen die ärmeren, schlichteren Häuser und noch etwas weiter weg konnte sie sogar die Felder der Bauern und ihre Hütten erkennen. Hinter den Feldern lag ein kleiner Wald und danach ragten die Berge empor, hinter denen gerade die Sonne aufging. Anastasia liebte es, am Morgen die große Stadt zu mustern, die einerseits von den Bergen begrenzt wurde und anderseits zwischen zwei breiten Flüssen lag, die sich hinter dem Haus von Anastasias Familie zu einem vereinten, der noch stürmischer weiterfloss.

Irgendwie kam es Anastasia vor, als wäre die Stadt Aurora schon immer hier gewesen. Obwohl sie im Privatunterricht sehr viel über die Geschichte Auroras gelernt hatte, konnte ihr Lehrer ihr nicht sagen, wer die Stadt vor vielen Jahrhunderten gegründet und aufgebaut hatte. Wahrscheinlich war es einst eine kleine Siedlung gewesen. Die schönsten Gebäude der Stadt waren auch noch sehr jung und es wurden ab und zu neue Häuser errichtet, da es inzwischen über 8000 Einwohner in Aurora gab. Anastasia überlegte oft, woher die Vorfahren von Aurora wohl einmal gekommen waren. Was gab es da draußen für Orte, von denen sie noch nichts wusste? Lebten hinter den Wäldern auf der anderen Seite der Flüsse vielleicht noch andere Menschen?

Ihr Vater sah es gar nicht gern, dass sie sich auch für das Gebiet hinter den Flüssen und den Bergen interessierte. Er erzählte ihr immer wieder, dass sie den Zaun zwischen den Feldern der Bauern und dem Wald vor den Bergen nicht grundlos errichtet hatten. Die Ordnungshüter der Stadt hielten dort Wache, da furchteinflößende Ungeheuer in den Bergen ihr Unwesen treiben sollten und die Bürger sich vor einem Angriff fürchteten. Doch so etwas war noch nie geschehen und niemand wusste genau, welche Monster dort leben sollten. Nicht oft ließen die Ordnungshüter ein paar mutige Menschen in dem kleinen Wald nahe den Bergen Bäume fällen oder das Wild jagen. Außerdem gab es das Gerücht, dass, obwohl niemand in Aurora schwimmen konnte, es wenigen Menschen vor ein paar Jahrzehnten tatsächlich gelungen war, den reißenden Fluss zu überqueren.

Doch diese waren nie wieder nach Aurora zurückgekehrt. Anastasia dachte sich bei den Predigten ihres Vaters jedoch, dass diese Menschen nicht unbedingt tot sein mussten. Vielleicht hatten sie einfach keine Lust gehabt, den Wald hinter dem Fluss wieder zu verlassen. Sie sah ans andere Ufer des breiten Flusses zu ihrer linken Seite. Dort standen die Bäume ganz dicht beieinander und strahlten in ihrer grünen Pracht. Bei diesem Anblick stieg in ihr ein prickelndes Gefühl herauf. Sie wollte diesen Wald so gerne entdecken und sich den Abenteuern, die dort auf sie warteten, stellen. Doch von diesen Gefühlen durfte ihr Vater nichts erfahren. Eines der wichtigsten Gesetze ihrer Stadt lautete, dass niemand Aurora jemals verlassen durfte. Dafür gab es keine Ausnahmen. Nicht einmal für die Tochter des Bürgermeisters.

Anastasia seufzte und fühlte sich wie so oft eingesperrt. Sie würde so gerne frei sein und hingehen dürfen, wohin sie wollte. Der Wind blies ihr ihre braunen Locken ins Gesicht und sie versuchte ihre Frisur wieder in Ordnung zu bringen. Sie hatte keine Lust wieder hinein zu gehen, da sie wusste, was ihr Vater heute mit ihr besprechen wollte. In einer Woche würde sie ihren 16. Geburtstag feiern. An diesem Tag wollte der Bürgermeister sehr gerne ihre Verlobung bekanntgeben. Doch Anastasia interessierten ihre Verehrer nicht sonderlich, die ein paar Jahre älter waren als sie. Sie schmeichelten ihr mit tausend Komplimenten über ihre Schönheit und ihre Anmut, dabei kannten sie sie doch gar nicht.

Das lag auch daran, dass sie sich in der Öffentlichkeit immer vorbildlich verhalten musste. Wie sollte da ein Mann ihr wahres Wesen kennen lernen? Sie konnte doch niemanden heiraten, der sie gar nicht um ihrer Willen mochte. Und vor allem wollte sie niemanden heiraten, zu dem sie sich gar nicht hingezogen fühlte. Obwohl ihr Vater sie niemals zwingen würde, drängte er sie doch, sich bald zu entscheiden. Immerhin war sie sein ältestes Kind und sollte eines Tages selbst die Regierung von Aurora übernehmen. Das konnte sie leider nicht ohne einen Mann an ihrer Seite.