Vollwertbaby – Teil 2

Unser Vollwertbaby – Teil 2

(Dieser Artikel erschien August 2017 im Magazin „Der Gesundheitsberater“)

Unsere Tochter Lana ist nun 9 Monate alt und ein Vollwertbaby. Vor der Schwangerschaft stellten mein Mann Flo und ich unsere Ernährung extra auf eine biologische Vollwertkost um und sind von den vielen, leckeren Rezepten immer wieder begeistert. Da wir mit einem Baby nicht mehr ganz so viel Zeit zum Kochen haben, müssen wir allerdings ab und zu auf schnelle Gerichte, zum Beispiel mit gekauften Vollkornnudeln, zurückgreifen. Deshalb kaufen wir auch gern Vollkornbaguette, Keimbrot und Rohkostbrot im Naturkostladen Lotos in der Nürnberger Innenstadt. Dort arbeiten drei Gesundheitsberaterinnen GGB und wir werden von der Gesundheitsberaterin GGB Claudia Wedel immer sehr gut beraten. Wir möchten möglichst stressfrei unserer gesunden Ernährung treu bleiben und uns immer wieder durch neue Kochbücher verbessern. Meinen Frischkornbrei esse ich seit der Schwangerschaft am liebsten in Form von Teig. Dazu mahle ich die vollen Körner und forme sie mit Leinöl oder Mohnöl und Wasser zu einer kleinen Teigkugel. Dazu esse ich immer Obst und zurzeit am liebsten Erdbeeren mit Schlagsahne und ein wenig Vanille. Kein Frühstück hat mir je besser geschmeckt!

Unsere kleine Tochter hat noch keine Zähne und wird voll gestillt. Sie interessiert sich oft für unser Essen und will zum Beispiel ein Stück von meiner Karotte, wenn sie sieht, wie ich diese esse. Auch an vielem wie an einem Stück Banane, einer Erdbeere oder einer Brotrinde unseres selbstgebackenen Vollkornbrotes möchte sie lutschen. Doch sobald sich ein Krümel in ihrem Mund löst, wird er sofort wieder ausgespuckt. Das sehen wir als Zeichen, dass sie noch nicht essen möchte. Das Stillen ist so unkompliziert und angenehm für uns beide, dass ich diese Zeit sehr genieße und wir viel weniger Stress haben als manche Mütter, die ihre Kinder mit Brei füttern. Die vollwertige Muttermilch tut Lana sehr gut, da sie immer wieder gut zunimmt und in ihrem ganzen Leben noch nie krank war. Während die meisten Babys in unserem Bekanntenkreis ständig unter Erkältungen und Fieber leiden, hatte unsere Tochter dank unserer natürlichen Ernährung noch nicht einmal einen Schnupfen.

Lana ist ein fröhliches, schüchternes und ausgeglichenes Baby. Sie beobachtet alles aufmerksam und findet vor allem andere Kinder unglaublich spannend. Daheim brabbelt sie oft vor sich hin, lacht sehr gerne und quietscht vor Freude ganz laut. Weinen oder Schreien kennen wir nur, wenn ihr das Wickeln mal zu lange dauert oder sie sich erschrickt. An Weihnachten drehte sich Lana in ihrem 4. Lebensmonat zum ersten Mal um und seit sie 5 Monate alt ist, kann sie allein sitzen. Seit einem Monat krabbelt sie und erforscht unsere ganze Wohnung. Sie zieht sich nun überall hoch, steht auch kurze Zeit frei und übt bereits allein das Aufstehen. Während sie sich an unseren Händen festhält, macht sie seit kurzem ihre ersten Schritte. Unseren ersten Urlaub mit der kleinen Maus werden wir im Juli in Südtirol im Hotel Greif machen und freuen uns schon sehr auf die köstliche Vollwertverpflegung in der wunderschönen Natur.

Vor ein paar Monaten empfahl mir die Gesundheitsberaterin GGB Gudrun Bernhardt das Buch „Auf der Suche nach dem verlorenen Glück“ von Jean Liedloff. Dieses Buch hat nicht nur meine Ansichten über Erziehung verbessert, sondern auch meine Mutterinstinkte bestärkt. Ich kann dieses Buch und auch das Buch „Auf den Spuren des Glücks“ von Carola Eder allen Schwangeren und Müttern von Kleinkindern wärmstens empfehlen! Durch das darin beschriebene Kontinuum-Konzept weiß ich nun genau, wie ich mit meiner kleinen Tochter umgehen möchte und lasse mich von meiner Umgebung nicht mehr verunsichern.

Beim Stillen in meinen Armen einzuschlafen und von uns in der Wohnung herumgetragen zu werden, hat Lana schon immer gefallen. Nun benutzen wir den Kinderwagen gar nicht mehr und ich trage sie auch draußen mit einer Trage herum, was sich richtig gut anfühlt. Auch in der Wohnung ist Lana gern in der Trage, vor allem wenn sie müde ist. Dann mache ich den Haushalt oder tanze mit ihr zu guter Musik durch unsere Wohnung, bis sie zufrieden an meinen Oberkörper gekuschelt einschläft. Der Körperkontakt tut uns beiden unglaublich gut, ich spüre unsere enge Bindung mehr denn je und vermisse sie schnell, wenn sie doch mal tagsüber allein in unserem Bett schläft. Wenn Lana aufwacht und ich gerade nicht neben ihr liege, fiept sie leise und ich komme sofort zu ihr. Dann begrüßt sie mich mit einem müden Lächeln und ich darf sie wachküssen, während sie sich reckt und streckt. Auch den Alltag empfinde ich nun als viel leichter, da ich nicht mehr auf dem Sofa sitzen bleiben muss, wenn Lana in meinem Arm eingeschlafen ist. Stattdessen kann ich die kleine Maus einfach kurz in die Trage packen und sie kann bei mir schlafen, während ich die Wäsche mache oder einkaufen gehe.

Es gibt Phasen, da möchte Lana am liebsten durchgehend in meinem Arm bleiben und beschwert sich, wenn ich sie im Badezimmer kurz absetzen muss. Wenn sie hingegen Bewegungsdrang hat, zeigt sie mir das und ich lasse sie in Ruhe spielen. Sie beschäftigt sich dann meistens selbstständig und meckert entweder, wenn sie Hunger hat oder meine Hilfe braucht, oder krabbelt gleich auf meinen Schoß. Am liebsten krabbelt sie schnell durch unser Wohnzimmer, zieht sich an unserem Fernsehschränkchen hoch und sortiert ausgiebig die Infoblätter und Hefte, die darauf liegen. Papier zu zerknüllen oder zu zerreißen macht ihr am meisten Spaß und auf diese Weise kam sie auch schon in den Genuss ihres ersten Gesundheitsberaters. Lana nimmt vieles in den Mund, doch nie bestand die Gefahr, dass sie etwas hinunterschlucken würde. Einen Schnuller mochte sie auch noch nie. Fällt sie beim Spielen mal um und tut sich nicht wirklich weh, rappelt sie sich einfach wieder auf und spielt weiter. Nur wenn sie weint, eile ich sofort zu ihr und tröste sie an der Brust. Das Baden mit der kleinen, planschenden Maus finden wir so schön, dass mein Mann und ich uns immer damit abwechseln, wer sich mit ihr in die Badewanne setzt.

Stillen ist das natürlichste der Welt!

Auch bei Themen wie natürliches Stillen und Familienbett fühle ich mich nun bestärkt. Wir drei lieben es sowieso tagsüber und auch nachts zu kuscheln. Mein Mann und ich fühlen uns einfach am wohlsten, wenn Lana neben oder zwischen uns liegt und das möchten wir genießen, bis Lana von sich aus lieber in ihrem eigenen Bett schlafen möchte. Wenn sie abends müde ist, schläft sie entweder in meinen Armen ein oder ich lege mich mit ihr in unser Bett, bis sie an der Brust eingeschlafen ist. Sehr lange Zeit wollte Lana nachts durchgehend an der Brust schlafen und bei unruhigen Nächten nur in meinem Arm. Seit ich sie so oft trage, ist sie nachts viel ruhiger geworden und braucht meine Nähe nicht mehr die ganze Zeit. Vor kurzem schlief sie sogar in einer Nacht 7 Stunden am Stück. Zum Stillen kommt sie höchstens dreimal in der Nacht, wobei mich das nächtliche Stillen noch nie gestört hat. Lana fiept dann immer leise, ich gebe ihr die Brust und wir schlafen beide schnell wieder ein. Nun dreht sich Lana auch schon im Schlaf, sodass sie durch das Bett von einem zum anderen kullert oder auf einmal quer zwischen uns liegt.

Lana und ich gehen jeden Tag spazieren und treffen uns auch gern mit anderen Müttern. Allerdings kann ich bei vielen Themen wie Zufüttern, Schlaftraining, Schreinächten und Krankheiten einfach nicht mitreden. Viele Mütter sind von meiner vegetarischen Vollwerternährung und vor allem davon, dass ich Lana mit 9 Monaten noch voll stille, geschockt. Daraufhin habe ich schon unwahre Bemerkungen gehört wie, dass Muttermilch nicht mehr alle Nährstoffe liefern würde oder auch die Verwunderung, dass ich dann ja Tag und Nacht bei meinem Kind sein muss. Doch seit ich Lana auch draußen trage, ist es sowieso entspannter öffentlich unterwegs zu sein oder mit ihr Ausflüge in die Stadt oder in die Natur zu machen.

Manchmal ist es nicht leicht, so vieles anders zu machen als die Familien in unserem Umfeld. Da helfen mir auch Bücher von anderen Müttern, die trotz der offiziellen Meinung ihre Kinder sich selbst abstillen ließen. Davon stehen zum Beispiel viele Erfahrungsberichte in dem Buch „Gestillte Sehnsucht – starke Kinder“ von ChrisTine Müller-Mettnau, das mir von Frau Djalali empfohlen wurde. Am liebsten würde ich mich direkt mit anderen Vollwert-Müttern austauschen. Vielleicht besteht auch bei anderen Interesse am Austausch in meiner Facebook-Gruppe „Vitalstoffreiche Vollwertkost rund ums Kind“?

Lana darf immer trinken, wenn sie das Bedürfnis dazu hat. Sie darf schlafen, wenn sie müde ist, egal ob das einmal oder dreimal am Tag ist und egal wie viel Uhr es ist. Sie kann spielen, wie sie es möchte, denn wir reden ihr da nicht rein und spielen oft und gern mit ihr. Wir haben von Anfang an darauf geachtet, welche Signale unsere Tochter uns gibt und werden nun mehr denn je auf unser Bauchgefühl hören. Denn Lana weiß einfach am besten, was sie braucht. Das Vertrauen in sie gibt uns Sicherheit und ein gutes Gefühl von Richtigkeit. Ich glaube, dass ich meine Tochter auf keinen Fall durch Liebe und Nähe verwöhnen kann. Wir respektieren immer ihre Bedürfnisse und hoffen ihr auf diese Weise Wurzeln und Flügel zu geben. Wir haben Lana so gerne bei uns und sie fühlt sich dadurch bestimmt willkommen, wertvoll und geliebt!

Glücklich zu dritt